
KI in der Kunst - ein Hornissennest!
Über die Anwendung von KI in der Kunst wurde ja bereits mit beinahe religiösem Eifer diskutiert, geflucht und geschrieben. Die Debatte ist notwendig – allerdings nicht auf dogmatischer Ebene, was gegenwärtig in meinen Augen leider der Fall ist.
Auf meiner Website und meinen Social-Media-Kanälen findet ihr hier und da die eine oder andere KI-generierte Bild- oder Filmsequenz. Für mich als Schreibenden, der weder die Möglichkeit, das Geld noch das Talent hat, aufwendige klassische visuelle Designs zu kreieren, sind solche Tools durchaus hilfreich – besonders, wenn ich meine eigenen optischen Reize stimulieren oder Marketing für das Buch betreiben möchte.
Diese KI-generierten Sequenzen dienen für mich nämlich nur diesen beiden Zwecken: der persönlichen Inspiration sowie der Möglichkeit, durch Bild und Video meine Geschichten nicht nur mit Text, sondern auch mit visuellem Content ins Licht zu rücken. Die Bilder werden in der Endfassung des Buches keine Verwendung finden.
Das muss nicht jeder gut finden – dafür habe ich Verständnis. Denn gerade im Marketingbereich wird die Technologie vermutlich schwerwiegende Umwälzungen mit sich bringen.
Was jedoch den Schreibprozess betrifft, gibt es durchaus ein paar Worte mehr zu sagen:
Eines vorneweg: Diese Large Language Models (LLMs), also KI-Sprachmodelle, taugen meiner Ansicht nach weder für die anspruchsvolle Kreation eines Plots noch für die Charakterentwicklung der Figuren oder das Worldbuilding. Ich habe es aus Neugier getestet – der Output ist dermaßen plump, generisch und absolut austauschbar. Schöpferische Gestaltungskraft, geschweige denn innovative oder visionäre Originalität, die meinen Ansprüchen genügen soll, erreicht das Ding nicht. ChatGPT ist ein datenrecycelnder Wiederkäuer.
Und mal ganz abgesehen davon: Ich habe Spaß am Schreiben! Weshalb sollte ich den schönsten Part des Prozesses einer KI überlassen? Das macht für mich überhaupt keinen Sinn.
Nein, die Stärke der KI als hilfreiches Tool für mich als Autor liegt woanders. Ich habe mir nämlich ganz gezielt drei Bots konfiguriert:
Bot 1 ist auf die neue deutsche Rechtschreibreform programmiert, wie sie seit dem 1. Juli 2024 für Schule und Verwaltung in allen deutschsprachigen Ländern verbindlich ist. Der Bot wurde explizit so konfiguriert, dass mein Text stilistisch und inhaltlich nicht verändert wird. Das ist wichtig! Unter keinen Umständen will ich, dass die KI inhaltlich eingreift und umformuliert. Der Bot korrigiert nur Rechtschreibung, Zeichensetzung und Worttrennung. In Bezug auf die Grammatik greift er auf verschiedene online verfügbare Grammatikdatenbanken zurück. Somit ist der Bot im Prinzip eine Ergänzung zu den ohnehin bereits vorhandenen Tools, welche bei Autorensoftware wie PAPYRUS bereits integriert sind. Der Bot nimmt somit einen Teil des Korrektorats ab.
Bot 2 spuckt mir schlicht und ergreifend Synonyme aus, wenn mir keine prägnanten Alternativen gelingen.
Bot 3 habe ich mit online verfügbaren wissenschaftlichen Arbeiten gefüttert (Quantenphysik, Philosophie, Neurologie). Dieser Bot ist für mich quasi eine maßgeschneiderte Suchmaschine für ganz gezielte Informationen zu komplexen Themen.
Ganz generell dient ChatGPT auch der Recherche. Allerdings ist dies mit Vorsicht zu genießen. Das Modell wird zwar präziser und gibt mittlerweile auch Quellen an, aber hin und wieder erfindet die KI dreisterweise irgendeinen Mumpitz. Wer mit ChatGPT recherchiert, sollte unbedingt die Informationen verifizieren bzw. falsifizieren.
Unter den genannten Punkten ist es für mich legitim, auch als Autor mit KI-Tools zu arbeiten. Die KI ist nun mal da und wird auch die Welt der Kreativen und Kunstschaffenden aufmischen und fordern. Ich bin mir aber sicher, dass sich das einpendeln wird – und KI letztlich nur als Werkzeug dient, um menschlichen Werken Kontur und Schliff zu geben.

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